Vergessene Strumkünstler/-innen

Im Folgende werden Künstler und Künstlerinnen aufgeführt, welche im Allgemeinen nur kurz oder gar nicht im Zusammenhang mit dem Sturm erwähnt werden.

Entweder wurden sie nicht als so bedeutsam angesehen oder tauchten auch einfach nur zu selten bzw. am Rande des Sturmbetriebes auf. Etwa wenn sie nicht im Magazin

auftauchten, sondern vielleicht nur in eriner Ausstellung vertreten waren.

Jesekiel David Kirszenbaum / Kirschenbaum

Jesekiel David Kirszenbaum / Kirschenbaum (in Deutschland) / Duvdivani oder Duwdivani (Pseudonyme als Karikaturist)

geboren 15. August 1900 in Staszów, Polen - Russisches Kaiserreich; gestorben 1. August 1954 in Paris

Sturm - Ausstellung im April 1927 / Gemälde / Aquarelle und Zeichnungen / 80 Exponate

Herwarth Walden hoffte in ihm einen neuen Chagall entdeckt zu haben, aber der große Erfolg blieb aus.

Kirszenbaums Großneffe hat eine sehr zum Werk des Onkels geforscht und eine sher gute Webseite erstellt. Ausstelungen in Israel, Frankreich und Deutschland wurden verwirklicht. In Zusammenarbeit mit

ALESSANDRO RHODIN
ALESSANDRO RHODIN (Italien 1897-1971)
Adolf Wilhelm Friedrich Küthe

Adolf Wilhelm Friedrich Küthe
* 6.9.1898 in Siegen, gest. 22.4.1930 in Siegen

Er verstarb mit erst 31 Jahren aus unbekannten Ursachen.

1925 und 1926 wurden im Sturm Werke von Adolf Küthe gemeinsam mit solchen von Oscar Nerlinger, Hugó Scheiber und Sandro Malmquist gezeigt.

1926/27 fand im Brooklyn Museum in New York die International Exhibition of Modern Art statt, die anschließend in den Anderson Galleries in Manhattan, in der Albright Art Gallery in Buffalo und in der Art Gallery of Toronto gezeigt wurde.

(Quelle: Widerspruch und Widerstand in Siegen und Wittgenstein)

Hans Tombrock

Hans Tombrock (* 21. Juli 1895 in Benninghofen (heute Dortmund); † 18. August 1966 in Stuttgart) war ein deutscher Maler.

1924 wurde Tombrock aus der Haft entlassen. Er begann sein Vagabundenleben und wanderte durch Deutschland, Österreich und Jugoslawien. Geld verdiente er mit der Anfertigung von Zeichnungen, die er für ein Butterbrot, einen Teller Suppe oder wenige Pfennige verkaufte. Die Objekte seiner Kunst lernte er auf der Straße kennen: Penner, Huren, Krüppel, Säufer, Landstreicher und andere Tippelbrüder. 1928 traf er Gregor Gog, den Begründer der Bruderschaft der Vagabunden. Gog hatte einen großen Einfluss auf Tombrock. Er gab ihm neue schöpferische und politische Impulse. Nun wollte er das Leiden und das Schicksal der Armen und Unterdrückten in seiner Kunst darstellen. Auch seine erste größere Arbeit, die Vagabundenmappe veröffentlichte Tombrock 1928. In der Zeit von 1929 bis 1931 entstanden auch die ersten Eulenspiegel-Bilder. 1930 erwarb die Kunsthalle Mannheim seine aquarellierte Kreidezeichnung Eulenspiegel III im Entstehungsjahr.

1933 floh Tombrock vor den Nationalsozialisten in die Schweiz.

(Quelle: Wikipedia)

Er war 1931 an der 2. allgemeinen Vagabundenausstellung im Sturm beteiligt.

Sepp (Josef) Mahler

Sepp Mahler (* 30. Mai 1901 in Wurzach; † 11. Oktober 1975 in Wangen im Allgäu) war ein Maler und Schriftsteller aus Bad Wurzach in Oberschwaben.

Er besuchte 1921/22 die Staatliche Kunstgewerbeschule Stuttgart und erhielt eine erste Ausstellung am dortigen Kunstgewerbe-Museum unter Direktor Pazaurek. Von 1922 bis 1923 studierte er an der Akademie der Bildenden Künste Stuttgart. Im Jahre 1924 schickte er von Wurzach aus Bleistiftzeichnungen, Aquarelle und einige Gedichte an Herwarth Walden, der die Berliner Galerie „Der Sturm“ betrieb. Bilder von Sepp Mahler wurden neben Chagall, Klee, Feininger und Kokoschka ausgestellt.

Nach dieser Zeit in Stuttgart zog Mahler als Vagabund durch Europa und Teile des Orients.

Auf Wunsch der Mutter kehrte er 1929 in die Heimat zurück. Er suchte Kontakt zu Gregor Gog und wurde so ständiger Mitarbeiter einer links stehenden Zeitschrift, „Der Vagabund“ (Zeit- und Streitschrift der internationalen Bruderschaft der Vagabunden). Große Erfolge erzielte Sepp Mahler Anfang der 30er Jahre mit seinen Bildern in Ausstellungen in Berlin und in Stuttgarter Galerien.

In der Zeit des Nationalsozialismus galt seine Kunst als entartet. Er wurde 1933 in Leutkirch im Allgäu für 46 Tage in Schutzhaft genommen. Danach starb seine Mutter. Nach Ablehnung der Aufnahme in die Reichskulturkammer 1935 erhielt er Ausstellungsverbot. (Quelle: Wikipedia)

Seine in Wikipedia erwähnte Teilnahme an Sturmausstellungen ist nur durch seine eigenen Angaben in seiner Biografie belegt. In den zugänglichen Katalogen ab 1924 findet sich sein Name nicht. Es fehlen aber die folgenden Ausstellungs-Kataloge: 130./131./Jena/134. sowie fast alle ab 1926.

Somit auch der der letzten STURM-Ausstellung 1931, der 2. allgm. Vagabundenkunstaustellung. Hier ist jedoch seine Teilnahme über Zeitungsartikel bestätigt.

Lesview

Lesview-Ukraine (Holzbilder) (Querschnitt-Artikel Alfred Kurella/digital.slub-dresden)

Außer den vagen Angaben in dem obigen "Querschnitt"-Artikelsind noch keine Daten vorhanden.

Max Malpricht

Max Malpricht (1875 - ?) stellte 1927 im STURM aus. Hiervon gibt es ein Pressefoto und Archiv-Vermerke.

Über sein Leben ist leider nicht viel bekannt. Laut eines Presseartikels begann er erst mit ca. 51 Jahren mit dem Malen.

Belegt sind seine im Sturm ausgestellten und in einem Presseartikel erwähnten "Klebebilder". Seine Ölbilder werden als grob gemalt und farbenfroh beschrieben. 


Max Malpricht

Kallen, Elisabeth W.
(Berlin 1897 - Karlsruhe 1984)

Austellungen:

  • März 1918 in der STURM-Galerie im Rahmen der STURM-Kunstschule
  • Mitglied der Novembergruppe und war auf der Großen Berliner Kunstausstellung 1920 und 1921 präsent.
  • Teilnahme an der Juryfreien Kunstschau 1923

Veröffentlichungen:

  • 1929 erschienen von ihr Drucke an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin
  • 1931 publizierte die Zeitschrift "Jugend" ein Werk
  • 1935  erschien ihr Bild „Auf der Sommerwiese“ als Bildtafel in Westermanns Monatshefte Juli
  • Drei Wandbehänge aus Leinen in der Friedrichsthaler Dorfkirche.
  • 1958 Illustrationen in dem Buch „Bidasari“ Prismaverlag

Im Januar 2018 wurden mehr als 20 Bilder aus den 1920er Jahren bei einer Entrümpelung wieder ans Tageslicht befördert.

Quelle: https://issuu.com/oranienburg/docs/osm_2022-01_ohne-amtsblatt/s/14608594